Angola

Ein Tag im Rehabilitationszentrum in Mapunda

4.2.2026
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5
Min.
Elisabeth sitzt am Pult mit Schreibarbeiten, neben ihr steht ein Mitarbeitender und gegenüber sitzt ein Mann, wohl ein Patient

Im Rehabilitationszentrum in Mapunda, welches zum allgemeinen Gesundheitszentrum gehört, werden täglich vierzig bis sechzig Physiotherapiebehandlungen durchgeführt. Die Patienten und Patientinnen erhalten monatlich ihre Medikamente und wenn nötig werden sie nach der Entlassung weiter betreut. Zusammen mit einem Mitarbeitenden und einem Praktikanten oder einer Praktikantin kümmere ich mich jeweils dienstags und freitags um die Sprechstunde. Es gibt Tage, wo es neben der Erneuerung von Rezepten und der Medikamentengabe bis zu sechs Neueintritte gibt. So ein Tag kann wie folgt aussehen:

Bei meiner Ankunft, eine halbe Stunde nach dem offiziellen Arbeitsbeginn, schaue ich kurz in den Therapieräumen vorbei, um zu grüssen. Oftmals ist dieser kurze Besuch mit einigen Ratschlägen meinerseits oder Fragen von Seiten der Patienten und Patientinnen oder dem Therapiepersonal verbunden. Vor dem Konsultationszimmer sitzen meist schon mehrere körperlich beeinträchtige Personen und ihre Begleitpersonen. Auf meinem Pult liegt zu diesem Zeitpunkt schon eine ganze Anzahl von Rezepten, welche erneuert werden müssen. Diese nehmen dann im Laufe des Morgens jeweils noch zu. Daneben gibt es ein Blatt mit den Namen der Personen, welche uns neu aufsuchen.

Wiegen eines Patienten

Von Zahlen und anderen Herausforderungen

Heute sitzen bereits zwei Praktikantinnen im Sprechzimmer. Sie fühlen sich nicht gut und ihnen wird, wie allen Patientinnen und Patienten, vor einem Labortest der Blutdruck gemessen und sie werden gewogen. Dies übernimmt meistens ein Praktikant oder eine Praktikantin. Einigen gelingt dies gut, andere wiederum notieren Werte, welche nicht stimmen können. Dann wiederholen wir die Messung gemeinsam und ich leite sie nochmals an. Schwierig wird es bei Kleinkindern, welche noch nicht stehen können. Da wir keine Kinderwage haben, wird zuerst die Mutter zusammen mit dem Kind und dann ohne Kind gewogen. Anschliessend wird der Unterschied ausgerechnet, was für die meisten jungen Menschen in Angola eine echte Herausforderung bedeutet.

Als nächstes wird mir ein fast zweieinhalbjähriges Kind gezeigt, welches nur sechs Kilos wiegt und eine sichtbare Veränderung an der Wirbelsäule aufweist. Nach einer zusätzlichen Laboruntersuchung ist klar, dass es sich um Wirbelsäulentuberkulose handelt. Wir beraten wir die Mutter im Blick auf die Ernährung und beginnen anschliessend im allgemeinen Konsultationsraum mit der nötigen Behandlung. Das Kind wird nun täglich Physiotherapie erhalten und von unserer Seite unterstützen wir die Behandlung mit Vitaminen und Sojamehl.

Bei einem Kleinkind wird Wirbelsäulentuberkulose festgestellt

Zeigen, anleiten, behandeln

Nun ist eine Frau an der Reihe, die nach einer Knieoperation täglich Physiotherapie braucht. Ich stelle fest, dass sie noch nicht gut mit den Krücken gehen kann und demonstriere nochmals, wie es geht. Dann weise ich einen Mitarbeiter an, das Laufen mit Krücken noch weiter mit ihr zu üben. Neben zwei weiteren Eintritten, welche ein Rezept, die nötigen Medikamente und die erste Physiotherapiebehandlung erhalten, werden verschiedene monatliche Kontrollen durchgeführt. Auch da gehört die Blutdruck- und Gewichtsmessung dazu. Bei einigen Patienten und Patientinnen müssen die Medikamente angepasst werden. Ein Patient hat das Datum der Kontrolle überschritten und nimmt somit schon länger keine Medikamente mehr ein. Sein Blutdruck ist besorgniserregend hoch, ihm werden gleich im Konsultationsraum blutdrucksenkende Medikamente verabreicht. Wir weisen ihn an, sich im Schatten während einer Stunde auszuruhen und viel Wasser zu trinken. In einer Stunde kontrollieren wir, ob sich der Blutdruck normalisiert hat. Ein Mann wird ins Sprechzimmer gebracht, welcher Hirnkrämpfe aufweist. Nach der nötigen Medikamentengabe und mit einer Infusion bringen wir ihn ins Kindertherapiezimmer. Dort kann er sich auf einem Bett ausruhen, während wir den Laboranten schicken, um einen Malariatest zu machen. Dieser ist positiv und es kann mit der Behandlung begonnen werden.

Elisabeth zeigt, wie man mit Krücken geht

In der Zwischenzeit sind auch einige weitere Laborresultate gekommen und wir können die Patienten und Patientinnen mit Rezepten und den durch meinen Kollegen vorbereiteten Medikamenten nach Hause entlassen. Sie werden weiterhin täglich zur Physiotherapie erscheinen.

Die Seele kommt nicht zu kurz

Es handelt sich um einen kurzweiligen, vielseitigen und interessanten Dienstbereich, zu welchem viel Geduld, aber auch Humor benötigt wird. Oftmals ergibt sich ein Gespräch über den Glauben. Manchmal können wir mit einem Patienten oder einer Patientin sowie den Familienangehörigen beten. Dies neben den täglichen Andachten und der geistlichen Begleitung durch die Verantwortlichen der örtlichen Gemeinde. Ich freue mich immer, wenn ich unterwegs Menschen treffe, welche selbst oder ein Familienangehöriger bei uns eine erfolgreiche Behandlung abschliessen konnte.

Die Patientinnen und Patienten erfahren ganzheitliche Zuwendung

Herzlichen Dank Ihnen, die Sie diese NEWS lesen, für Ihre Begleitung und Unterstützung. Damit ermöglichen Sie diesen Dienst, welcher auch die Beschaffung von Materialien und geeigneten Medikamenten beinhaltet.
Elisabeth G., Rehabilitation (aktiver Ruhestand)

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